Auswechseln einer Kamintürdichtung!
An kalten Wintertagen sorgt ein Kamin für wohlige Wärme und ein behagliches Umfeld. Damit der Kamin auch in der nächsten Heizperiode störungsfrei funktioniert, ist eine eingehende Untersuchung der Türdichtung unumgänglich.

Warum muss die Dichtung gewechselt werden?
Ofen- und Kamindichtungen haben die Aufgabe, die gefährlichen Gase nicht in den Wohnraum gelangen zu lassen. Bei defekten Ofendichtungen kann die Luftzufuhr nicht mehr korrekt reguliert werden. Die zusätzliche Luft, die durch die defekte Dichtung in den Brennbereich einströmt, erzeugt durch das schnellere Verbrennen des Brenngutes mehr Hitze. Einwandfreie Kamindichtungen garantieren die optimale Nutzung des Kamins mit höchstmöglichem Wirkungsgrad und bewahren Nutzer und Wohnraum vor Schaden.

Woran erkenne ich eine defekte Ofendichtung?
Die Türdichtung ist ein Verschleißteil und muss, abhängig vom Nutzungsverhalten des Kamineigentümers, von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Es ist leicht zu überprüfen, ob die Dichtung an der Kamintür abgenutzt ist oder die Schnur Risse hat.

Ein beschleunigter Verbrennungsvorgang, Qualmgeruch und das Austreten von Qualm bei geschlossener Kamintür sind ernst zu nehmende Hinweise. Auch eine ohne Widerstand verschließbare Tür und äußerliche Rußfahnen sind Anzeichen für einen Dichtungsverschleiß.

Wir empfehlen, einen kleinen Test durchzuführen: Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Kaminofentür und Rahmen. Lässt sich das Blatt bei geschlossener Türe ohne Widerstand verschieben, ist es höchste Zeit für einen Austausch der Dichtung.

Wie tausche ich die Dichtschnur aus?
Die Dichtschnur lässt sich von Hand herausziehen (ggf. Handschuhe verwenden). Danach müssen die Kleberreste aus der Dichtschnurfuge entfernt werden. Mit einem Schraubenzieher lässt sich der Kleber herauskratzen. Stellen Sie sicher, dass der Untergrund gründlich gereinigt und staubfrei ist. Rückstände lassen sich mit einem trockenen Schwamm entfernen. Nach diesen Vorarbeiten kann man unter Verwendung eines passenden hochwertigen Marken Dichtungssets die neue Dichtung einlegen.

Die Kamin-Glasfaserdichtungen gibt es in diversen Größen. Welches Produkt für Ihren Kamin geeignet ist, entnehmen Sie bitte der Beschreibung Ihres Kamins. Als Faustregel zur Bestimmung der richtigen Dichtungsschnur gilt: Breite und Tiefe der Fuge +2mm ergibt den Durchmesser der benötigten Dichtung. Sollte die Führungsrille deutlich breiter als tief sein, wird beim Durchmesser noch etwas aufgeschlagen.

Die benötigte Länge können Sie leicht selbst nachmessen oder sich an der Länge der alten Kaminschnur orientieren.

Die Schnur wird probeweise in die Nut eingepasst, um die genaue Länge samt eines Puffers von 2 bis 5cm bestimmen zu können.

Wir empfehlen den Anfang der Schnur fest mit Abschlussband zu umwickeln, um ein Ausfransen und damit eine Durchlässigkeit zu verhindern (in jedem Kaminfachgeschäft für kleines Geld erhältlich). Der Hochtemperaturkleber wird in der gereinigten Dichtschnurfuge nicht allzu dick aufgetragen, da beim Anbringen der Dichtschnur seitlich Kleber austreten kann.

Mit dem Anbringen der Schnur beginnt man am besten mittig der Länge der Nut im unteren Türbereich. Ein Beginn des Einlassens im Eckbereich ist ungünstig.

Mit Daumen und Zeigefinger wird die Schnur leicht angedrückt. Die Verwendung von Werkzeug als Hilfsmittel kann Risse und Löcher in der Schnur hinterlassen und sollte deshalb unterbleiben. Mit der Hand fährt man dann die Länge der Dichtung ab, um mögliche Unebenheiten zu ertasten und auszugleichen. Jetzt kann man die endgültige Länge der eingelegten Schnur erkennen, passend abschneiden und wiederum mit Abschlussband umwickeln. Die beiden Enden können zusätzlich mit einer Verschlusshülse miteinander verbunden werden, die aber nicht zwingend notwendig ist. Es reicht auch, wenn man beide Enden mit wenig Klebstoff verbindet und für kurze Zeit aneinander drückt. Dabei darf weder eine Lücke noch eine Überlappung entstehen.

Um zu gewährleisten, dass der Kleber aushärtet, muss die empfohlene Trocknungszeit von mindestens zwei Stunden beachtet werden. Es ist jedoch empfehlenswert, die Kamintür für 12 bis 24 Stunden geschlossen zu halten.

 

 

Alte Kaminöfen können asbesthaltige Dichtschnüre besitzen, die fachgerecht entfernt und entsorgt werden müssen. Halten Sie ggf. Rücksprache mit Ihrem Schornsteinfeger!